CDU-Generaktionendialog: „Genügend Wasser haben, wenn Feuer kommt“

Auf Einladung des CDU-Bundestagskandidaten Hans-Jürgen Thies (2.v.r) und Gastgeber Markus Patzke (CDU Lippstadt, 3.v.r.) trugen die Bundesvorsitzenden Paul Ziemiak (r.) und Prof. Dr. Otto Wulff zum Generationendialog bei.
Auf Einladung des CDU-Bundestagskandidaten Hans-Jürgen Thies (2.v.r) und Gastgeber Markus Patzke (CDU Lippstadt, 3.v.r.) trugen die Bundesvorsitzenden Paul Ziemiak (r.) und Prof. Dr. Otto Wulff zum Generationendialog bei.
Wie kann man allen Generationen gerecht werden? Dieser politischen Gratwanderung stellten sich in einem Generationendialog die Bundesvorsitzenden der Senioren Union, Prof. Dr. Otto Wulff, und der Jungen Union, Paul Ziemiak, beim politischen Frühstück in der Tivoli-Lounge in Lippstadt. Dazu eingeladen hatte der CDU-Bundestagskandidat Hans-Jürgen Thies, der zu Brötchen und Kaffee einen vollen Saal begrüßte.

„Jede Generation hat spezielle Anliegen“, verdeutlichte er, dass es den Jungen um zukunftssichere Jobs, eine gesunde Umwelt und gute Bildungschancen geht, während den Älteren eine auskömmliche Rente sowie eine medizinische und pflegerische Versorgung am Herzen liegt. „Alter ist weder ein Makel noch ein Privileg“ schob der um zielgerichtete Antworten bemühte Anwalt die Diskussion um eine generationengerechte Alltagspolitik an. Wulff und Ziemiak gaben sich als eingespieltes, charismatisches Duo, das sich zwar in den Bedürfnissen unterscheidet, aber gleiche Werte teilt und auf der Suche nach gemeinsamen Lösungen ist.

„Uns geht’s gut“, so der 32-jährige, frisch gebackene Vater Ziemiak über eine junge Generation im Wohlstandsstaat. Sein Plädoyer: eine realistische, finanzierbare Politik, die sich an der Leistungsfähigkeit und am Sozialerhalt orientiert und den Mittelstand nicht aus den Augen verliert. In seinem Rundumschlag von der Familienpolitik bis zur Inneren Sicherheit führte er die Erhöhung des Kindergeldes, die Entlastung der Sandwich-Generation und die Stärkung der Polizei an. Ein Recht auf Asyl hätten alle, „die nicht Hass gegen andere schüren, sondern mit uns leben wollen; die Martinsumzüge und keine Lichterfeste, Weihnachtsmärkte und keine Wintermärkte feiern möchten.“ So unterschiedlich die Menschen seien, sie eine die Würde. „Darum müssen wir eine moderne Politik gestalten, die dem gerecht wird.“ Ob Kriegsflüchtlinge, Vertriebene oder Aussiedler: Schon immer wurde über Jahrzehnte mit der CDU an der Regierung Integrationsarbeit geleistet. „Wir dürfen Deutschland nicht Fremden überlassen“, schloss Ziemiak.

Ebenso ein klares Bekenntnis zur deutschen Kultur lieferte Wulff, der mit seinen 84 Jahren fest von der CDU-Politik überzeugt und nicht müde ist, seiner Liebe zu Deutschland Ausdruck zu verleihen. Die Gründung Europas und ihre Bündnisse als Wertegemeinschaft mit einer Kultur des Christentums habe auch Deutschland geprägt. „Dieses Land braucht Geist“, verwies er auf Bildung als Ressource und ein Land, das in der Welt hohes Ansehen genieße. Eine vom Geldbeutel unabhängige Bildung aber auch die Armutsfalle „Alter“ seien Themen, die man gezielt und „mit viel mehr Mut auch innerhalb der Partei angehen muss“, wünscht sich Wulff eine klare Politik nach außen, die die Menschen verstehen und erreicht. Eine Familie mit drei Kindern sei kein Sozialfall, sondern ein Glücksfall, hielt Wulff ein Plädoyer auf die Familie und mehr Menschlichkeit. „Ein guter Freund ist immer willkommen“: Wer nicht mit der Verfassung konform gehen wolle, der könne ihre oberste Präambel, die Freiheit, „gerne in Anspruch nehmen und das Land wieder verlassen“, bezog er klare Position - auch zur doppelten Staatsbürgerschaft, die keinen Sinn mache, wenn sich Nebengesellschaften entwickeln. Eine stabile Rente funktioniere nur mit einer stabilen Wirtschaft, wünschen sich beide eine vorausschauende Politik - „damit wir genügend Wasser haben, wenn Feuer kommt“. In den darauffolgenden Fragen ergoss sich ein inhaltlicher Themenstrauß, zu dem vor allem Ziemiak Stellung bezog zu Staatsfonds, Mütterrente, Schuldenabbau, kalter Progression und zur Versicherungspflicht für Selbstständige.

Nach oben