„Ohne Umlagen und Braunkohle geht hier gar nichts“

CDU erhält Einblicke in Prozesse der Zementherstellung

Als ganz schön schweißtreibend erwies sich die Führung des CDU-Stadtverbandes Geseke mit ihrem Bundestagskandidaten für den Kreis Soest, Hans-Jürgen Thies, durch die Produktionsanlagen der Heidelberg Cement-Werke in Geseke. Betriebsleiter Stefan Naber führte die Mitglieder durch die unterschiedlichen Bereiche des aktuellen Abbauareals im Steinbruch Milke von der Anlieferung der Steine bis zur Zementmahlung. Durch Staub und Hitze ging es da, über den Wärmetauschturm und den Drehofen mit bis zu 400 Grad Manteltemperatur bis hin zur Leitzentrale, wo die automatisierten Prozesse überwacht werden. Die Herstellung unterliege strengen Kontrollen, so Naber. Die Daten, aus denen unter anderem die Emissionswerte hervorgehen, werden parallel zur Bezirksregierung Arnsberg übermittelt. 2019 soll ein Katalysator angeschafft werden, der - ähnlich wie bei Diesel-Autos – die so genannten NOx und NH3 Abgaben noch besser reduziere.

Produziert werden Klinker bzw. Zemente ohne jeglichen Einsatz von Sekundärbrennstoffen unter anderem für die Bauchemie. Bei der Heidelberg Cement AG arbeiten 98 Mitarbeiter, rund die Hälfte davon in drei Schichten sieben Tage die Woche. Zudem werden drei Auszubildende pro Jahr eingestellt, die in der Regel übernommen werden.

5000 Tonnen Stein pro Tag laufen durch den Brecher über die Rohmühle zu den Silos, 3000 Tonnen verlassen als lose Ware täglich das Gelände. „Ohne Braunkohlenstaub als Brennstoff geht hier gar nichts. Auf sie können wir nicht verzichten“, verdeutlicht Naber den hohen Energieverbrauch und mögliche Stolpersteine: „Wenn wir nicht mehr wie bislang über die EU die CO²-Emissionszertifikate zugeteilt bekommen, sondern zukaufen müssen, dann werden die Kosten dramatisch steigen“, betont Naber den großen Einfluss politischer Entscheidungen. Gleiches gelte für die EEG-Umlage zu den Stromkosten. „Wenn die wegfällt, verdoppeln sich unsere Stromkosten“.

Er wisse um die große Bedeutung der Zementindustrie im Wahlkreis Ost, von der viele Arbeitsplätze abhängen – nicht zuletzt die der Transportunternehmen, so Thies. Der Rechtsanwalt aus Lippetal ist mit den Fragen zur Standortsicherung, Erweiterung und Nachnutzung bei Heidelberg-Cement vertraut, betreut seine Hammer Kanzlei doch die Werke seit Jahren in juristischen Belangen. „Ich möchte ein Türöffner für die heimische Wirtschaft sein“, ließ er wissen, dass er sich für die Förderung der heimischen Industrie, insbesondere der Zementindustrie, einsetzen wolle. 

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