„Apotheken als örtlicher Versorger ein Riesenthema“

Hans-Jürgen Thies (Bildmitte) kam zum Gespräch beim Apothekerverband Westfalen-Lippe mit Vorstand Johannes Hermes (rechts) und Geschäftsführer Hans-Jürgen Simacher (links).
Hans-Jürgen Thies (Bildmitte) kam zum Gespräch beim Apothekerverband Westfalen-Lippe mit Vorstand Johannes Hermes (rechts) und Geschäftsführer Hans-Jürgen Simacher (links).

„Für uns im ländlichen Raum ist die Versorgung mit örtlichen Apotheken ein Riesenthema. Wir brauchen die Apotheken wie Ärzte und andere wichtige Versorgungseinrichtungen“, sagt der heimische Bundestagsabgeordnete Hans-Jürgen Thies (CDU). Der Rechtsanwalt ist 2017 erstmals und direkt in den Deutschen Bundestag gewählt worden. Jetzt war er Gesprächsgast bei Vorstandsmitglied Johannes Hermes und Geschäftsführer Hans-Jürgen Simacher im Haus des Apothekerverbandes Westfalen-Lippe (AVWL) in Münster.


 

 

An der zentralen Rolle der örtlichen Apotheke ließ Thies keinen Zweifel. „Ihre Stärkung steht aus guten Gründen im Koalitionsvertrag der Bundesregierung und ist gerade für die Menschen in den ländlichen Räumen von existentieller Bedeutung.“ Für ausländische Versandapotheken, die bei rezeptpflichtigen Arzneimitteln nach einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs im Gegensatz zu den Präsenzapotheken nicht der Arzneimittelpreisbindung unterliegen, forderte Thies die „Wiederherstellung der Wettbewerbsgleichheit“, und zwar ausdrücklich auch durch ein Versandhandelsverbot dieser sogenannten Rx-Medikamente, wie es das bei anderen potentiellen Risikosortimenten schon gebe. Hermes und Simacher betonten, dass es den Apotheken nicht um ein Verbot um des Verbots willen gehe. „Dem Wettbewerb stellen wir uns“, so Verbandsgeschäftsführer Simacher, „aber bitte zu fairen Bedingungen mit gleich langen Spießen.“

Nach Aussage von AVWL-Vorstand Johannes Hermes treiben die Apotheken die Digitalisierung im Gesundheitswesen voran. Die moderne Technologie könne neben der weiterhin erforderlichen „analogen“ persönlichen Beratung und dem Service eine wirksame Hilfe bei der ambulanten Gesundheitsversorgung gerade auf dem Lande sein, etwa wenn Menschen im Alter in ihrem gewohnten Lebensumfeld bleiben wollten statt sich in stationäre Pflege zu begeben.

Auch beim elektronischen Rezept kündigte Hermes schon bald Lösungen der Apotheken an. Allerdings müssten die Verfügbarkeit der e-Rezepte uneingeschränkt beim Patienten entsprechend seiner freien Arzt- und Apothekenwahl bleiben und die Datensicherheit gewährleistet sein.

Unterstützung sicherte Bundestagsabgeordneter Thies dem politischen Bemühen von Bund und Land NRW zu, die PTA-Ausbildung für angehende Pharmazeutisch-Technische Assistentinnen schulgeldfrei zu stellen. Angesichts des fehlenden Nachwuchses auch im Apothekerberuf hält Thies einen zweiten Pharmazie-Studienstandort in Westfalen neben Münster für sinnvoll. Nach Auskunft von Johannes Hermes sind derzeit in diesem Landesteil 179 Apothekerstellen nicht besetzt.


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