CDU im Kreis Soest für zweigliedriges Schulsystem

Werner Lohn: „Realschulen und Gymnasien dürfen durch rot-grüne Gemeinschaftsschulen nicht gefährdet werden."

Bernhard Reker (Ahlen), CDU-Landtagsabgeordneter und Schulexperte (4 v. r.), der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn (5. v. r.), u. a mit den Bürgermeistern Hermann Arndt (Wickede), Peter Wessel (Erwitte), Heinrich Holtkötter (Anröchte), Kreisdi
Bernhard Reker (Ahlen), CDU-Landtagsabgeordneter und Schulexperte (4 v. r.), der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn (5. v. r.), u. a mit den Bürgermeistern Hermann Arndt (Wickede), Peter Wessel (Erwitte), Heinrich Holtkötter (Anröchte), Kreisdi
Unter der Leitung des heimischen Landtagsabgeordneten Werner Lohn diskutierten CDU-angehörige Bürgermeister, Mitglieder des geschäftsführenden CDU-Kreisvorstandes sowie CDU-Fraktions- und Schulausschussvorsitzende im Anröchter Café Budeus mit dem Schulexperten Bernhard Recker (Ahlen). Recker ist anerkannter Fachman in Sachen Schulpolitik, er war selbst jahrelang Leiter einer Hauptschule und ist als stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Landtag speziell für die Schulpolitik zuständig.
Nach einem kurzen Eingangsstatement Reckers entwickelte sich schnell eine lebhafte Diskussion der knapp 30 Teilnehmer, darunter auch "einige mit Sympathie für Gemeinschaftsschulen".

„Die CDU im Kreis Soest spricht sich jedoch klar für ein gegliedertes Schulsystem aus. Das wird aufgrund des massiven Schülerrückgangs an den Hauptschulen in Richtung Zweigliedrigkeit gehen. Eine Gefährdung unserer funktionierenden Realschulen und Gymnasien ist für uns aber keinesfalls akzeptabel“, so der heimische CDU-Landtagsabgeordnete Werner Lohn.
"Die so genannte ´Gemeinschaftsschule` bedeutet eine Gefährdung für Gymnasien und Realschulen und sie kann, dass halte ich für besonders schlimm, den Bedürfnissen der Kinder nicht gerecht werden!", verdeutlichte Bernhard Recker. Nach den Vorstellungen von Schulministerin Löhrmann (Grüne) sollen "Gemeinschaftsschulen" von Beginn an gymnasiale Standards erfüllen. Damit gehe, so die CDU-Fachleute, einerseits "die Zielrichtung dieser `Gesamtschule light` ganz klar gegen das Gymnasium" und andererseits werde für alle Schüler ausnahmslos bereits ab der 6. Klassen bereits eine zweite Fremdsprache verpflichtend eingeführt. "Wie sollen das die Schüler schaffen, die heute schon in den Klassen 5 und 6 an der Real- oder Hauptschule Probleme haben?", fragte die Erwitter CDU-Fraktionsvorsitzende Marita Lange. "Eine kind- und begabungsgerechte Förderung ist da unmöglich. Die Gemeinschaftsschule sorgt so für frühe Frustration und schlimmstenfalls für `Verliererkinder`", bestätigte der Schulexperte Recker.
Verständnis zeigte Recker für den Wunsch einiger Kommunen möglichst alle Schulangebote vor Ort anbieten zu wollen und dabei - auch wenn bisher nur eine Hauptschule vorhanden ist- auch an die "Gemeinschaftsschule" zu denken.
Schulpolitisch und im Sinne einer bestmöglichen Ausbildung für unsere Kinder sei das aber "fast immer zu kurz gedacht, da man auch an die Schulen in den Nachbarkommunen und vor allem an die unterschiedlich begabten Kinder denken muss".
Werner Lohn: "Da wir schon bald 25 Prozent weniger Schüler haben werden, brauchen wir keine neuen Schulen oder Schulformen, sondern wir Politiker müssen "ohne egoistisches Kirchturmdenken" dafür sorgen, dass wir möglichst lange wohnortnahe und kindgerechte Schulqualität anbieten können." Das sei mit dem Zusammenschluss von Haupt- und Realschule zu einer "Verbundschule", die sich heute bereits an vielen Standorten wie z.B. dem in Rüthen bewährt habe, möglich, ohne bestehende Gymnasien oder Realschulen zu gefährden. Es dürfe insbesondere auch nicht zu einer "Kanibalisierung" unter den Schulen kommen, wobei die eine Schule der anderen die wenigen vorhandenen Schüler "wegfresse". Genau das werde aber durch die bevorzugte Einrichtung und Genehmigung von "Gemeinschaftsschulen" verursacht.
"Regionaler Konsens sei deshalb nicht nur unerlässlich, sondern auch Bedingung für die Genehmigung neuer Gemeinschaftsschulen."  Die CDU werde überall darauf achten, ob die Schulministerin ihre eigenen Bedingungen auch einhält oder ob sie aus ideologischen Gründen "Gemeinschaftsschulen" auch ohne den erforderlichen regionalen Konsens rigoros genehmigen werde. Diese Veranstaltung der CDU des Kreises Soest läuft parallel zu mehreren landesweiten Regionalkonferenzen, die bis Anfang 2011 zu einer schulpolitischen Positionsbestimmung der Landes-CDU führen soll.

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