Werner Lohn U3-Plätze: Erst im August gibt es Klarheit für den Kreis Soest

Die CDU-Landtagsfraktion steht den von Frau Schäfer verkündeten Zahlen von 144.883 Betreuungsplätzen für Unterdreijährige sehr skeptisch gegenüber. Ein Rechtsanspruch kann nicht zugesichert werden. „Heute steht schon fest: Die Jubelbilanz der rot-grünen Landesregierung sieht in der Realität ganz anders aus. Erst im August wird es sich zeigen, ob es genug U3-Plätze im Kreis Soest für alle Kinder unter drei Jahren gibt. Die Fragestunde im Plenum hat gezeigt, dass es einen Unterschied gibt zwischen der statistischen Prognose einerseits und den realen Plätzen andererseits. Die Prognose basiert auf beantragten Pauschalen, nicht auf Plätzen. Auf Pauschalen kann aber kein U3-Kind betreut werden“, erklärte der Landtagsabgeordnete Werner Lohn aus Geseke-Langeneicke.


Der Abgeordnete lobte ausdrücklich die gewaltigen Anstrengungen, die derzeit von den Jugendämtern im Kreis Soest unternommen würden, um den Bedarf vor Ort abzudecken. „Aber es ist offensichtlich, dass der Ausbau der Betreuung zulasten der Qualität geht“, so Lohn. „Nur mit Übergangslösungen und Provisorien wurde die Hürde statistisch genommen. Der Preis dafür ist gewaltig: Gruppen werden größer. Trotz bestehenden Bedarfs werden Kindergartenplätze für Überdreijährige in Plätze für Unterdreijährige umgewandelt. Erzieherinnen sind in Aufruhr, weil teilweise nur noch Verwahrung statt Betreuung angeboten werden kann. Die Tagespflege wird vollgestopft ohne Rücksicht auf die Betreuungsqualität. Nicht zuletzt herrscht große Unklarheit, welche Fristen bei der Anmeldung gelten.“

Lohn verwies abschließend darauf, dass der rechnerische Bedarf nur die verabredete Quote von 32 Prozent erreiche. „Die Aufgabe ist weitaus größer, denn der Rechtsanspruch gilt für 100 Prozent aller Kinder unter drei Jahren. Hier warten noch große Aufgaben auf Bund, Land und Kommunen.“ Das Beispiel Münster zeigt: Kommunen planen nicht nur zum Stichtag 1. August, sondern beziehen sich auf das gesamte Kindergartenjahr. „Also steht nicht jeder Platz, den Frau Schäfer für ihre August-Prognose berechnet, auch tatsächlich zur Verfügung. Die Jubelbilanz war nicht nur verfrüht, sondern sie steht auch auf wackeligen Füßen“, fasst Werner Lohn zusammen.

 


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