Gute Ideen von einer Kommune zu anderen Kommunen transportieren

Kreis-CDU diskutierte über die Folgen des Demografischen Wandels

Diskutierten über den Demografischen Wandel (v.l.n.r.): Malte Dahlhoff, Silvia Klein, Eva Irrgang, Peter Wawrik und am Rednerpult Dr. Volker Verch.
Diskutierten über den Demografischen Wandel (v.l.n.r.): Malte Dahlhoff, Silvia Klein, Eva Irrgang, Peter Wawrik und am Rednerpult Dr. Volker Verch.
Die Bewältigung der Folgen des Demografischen Wandels müsse Chefsache werden, lautet eine der Forderungen, die im Rahmen des Demografie Forums der Kreis-CDU aufgestellt wurden. Die stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Silvia Klein stellte bei der Begrüßung heraus, dass sich die CDU im Kreis Soest bereits vor Jahren mit dem Thema befasst habe. Malte Dahlhoff, CDU-Bürgermeisterkandidat in Bad Sassendorf, rief zu einer neuen Form der „Verantwortungsgemeinschaft“ von Jüngeren und Älteren auf. Das sei die Voraussetzung, dass die Folgen der alternden Gesellschaft positiv bewältigt würden.

Landrätin Eva Irrgang erinnerte in ihrem einleitenden Referat, dass viele Menschen den „Demografischen Wandel“ als „Schlagwort und Drohkulisse“ bezeichneten. Sie selber verstehe ihn als „gesamtgesellschaftliche Chance“. „Die älteren Menschen sind viel länger agil als früher. Ihre Tatkraft und ihren Einsatzwillen müssen wir gewinnen, das ist eine riesige Chance“, rief sie ihren Zuhörern zu. Sie sprach sich für eine engere Zusammenarbeit im Kreis aus. „Wir müssen künftig gute Ideen von einer Kommune zur nächsten Kommune transportieren, dann kommen wir gemeinsam schnell weiter und werden die Chancen nutzen können.“ Als dringende Aufgabe sieht sie die dauerhafte Sicherung der medizinischen Versorgung.

Auf die unterschiedliche Bevölkerungsentwicklung im Kreis wies Peter Wawrik, Vorstand der Caritas Kreis Soest, hin. „Nicht alle Gemeinden im Kreis haben einen gleich hohen Rückgang an Einwohnern zu verzeichnen. Insbesondere in Warstein und Wickede seien hohe Verluste zu erwarten, in anderen Kommunen hingegen stagniere die Einwohnerzahl. Er forderte die Politik auf, die wichtigen Handlungsfelder aufzuzeigen und anzugehen. Beispielhaft nannte er den Straßenbau (z.B. abgesenkte Bordsteine), einen quasi barrierefreien Wohnungsbau und einen ortsnahen Einzelhandel. Die Sicherung der Versorgung zuhause durch Pflegedienste sieht er als große Herausforderung.

„Der Fachkräftemangel gewinnt auch für kleinere und mittlere Unternehmen zunehmend an Bedeutung“, stellte der Geschäftsführer des Unternehmensverbandes Westfalen-Mitte, Dr. Volker Verch, fest. Viele Unternehmen würden sich besonders um Familienfreundlichkeit bemühen. Dabei gehe es nicht nur um Kinderbetreuung, sondern auch um die Pflege von Familienangehörigen. Die Unternehmen wollen Frauen nach der Familienphase bessere Rückkehrmöglichkeiten einräumen. Er wies auch darauf hin, dass Fachkräfte nicht nur aus Deutschland, sondern auch dem Ausland kommen würden. Schon zuvor hatte Eva Irrgang deutlich gemacht, dass der Kreis weiter eine „Willkommenskultur“ und eine offensive Integrationspolitik leben werde.

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