CDU will die ärztliche Versorgung im Kreis sichern

Karl-Josef Laumann wirbt für den Arztberuf

Karl-Josef Laumann unterstützt die Forderungen der Kreis-CDU.
Karl-Josef Laumann unterstützt die Forderungen der Kreis-CDU.
In fast der Hälfte der Kommunen im Kreis Soest ist die ärztliche Kommune akut gefährdet. Während für die Ballungszentren weitgehend eine gute ärztliche Versorgung festgestellt werden kann, droht im ländlich strukturierten Raum eine medizinische Unterversorgung der Bevölkerung. Das sind Gründe genug für den CDU-Kreisverband Soest, um diesem Thema einen Kreisparteitag zu widmen und einen Antrag zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung im Kreis Soest zu verabschieden.

In seiner Begrüßung erinnerte der CDU-Kreisvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Bernhard Schulte-Drüggelte daran, dass das Grundgesetz „gleichwertige Lebensverhältnisse in Deutschland“ garantiere, dazu gehöre auch die medizinische Versorgung.
Unterstützung erhielten die heimischen Christdemokraten vom Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Staatssekretär Karl-Josef Laumann. „Das Hausarztkonzept ist unersetzlich, vor allem bei einer älter werdenden Gesellschaft“, rief der CDU-Politiker den Parteitagsteilnehmern zu. Er forderte insbesondere das Land auf, dafür Sorge zu tragen, dass mehr junge Menschen Medizin studieren können. Es sei nicht so, dass junge Menschen heute keinen Arztberuf mehr erlernen und ausüben wollten, vielmehr würden nicht genügend Studienplätze zu Verfügung stehen.
Der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Ulrich Häken, stellte den von einer Arbeitsgruppe der Fraktion erarbeiteten Antrag vor. Die Kernfrage lautet für ihn: „Wie bekommen wir Mediziner in unseren Kreis? Entscheidend sind die Rahmenbedingen! Wer Mediziner anwerben möchte, muss attraktiv sein“. Einer der Kernpunkte des Antrags ist es, dass Ärzte, die im Kreis Soest ansässig werden wollen, eine umfassende Unterstützung durch einen Lotsen erhalten.
Wörtlich heißt es dazu in dem Antrag: „Dieser Lotse dient als „zentrale Anlaufstelle“ für Interessenten und unterstützt in vielfältiger Weise: beispielsweise bei der Suche nach einer geeigneten Praxis, bei der Suche nach einem Arbeitsplatz für den Partner, bei der Suche nach einem Kindergartenplatz für die Kinder, bei den notwenigen administrativen und existenzgründenden Aufgaben und Voraussetzungen. Kurzum, der Lotse soll Interessenten die Rahmenbedingungen schaffen, dass sie sich willkommen fühlen und der „Einstieg“ in unserer Region gelingt. Selbstverständlich konzentriert sich das Wirken der Losten nicht nur auf „auswärtige“ Interessenten, sondern unterstützt in gleichem Maße auch „Einheimische“.
Unterstützung erhielt der Antrag von einer „Expertenrunde“. Der ärztliche Direktor des Klinikums Stadt Soest, Prof. Dr. Achim Meißner, und Heinz Ebbinghaus, Mitglied des Zulassungsausschusses der kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe, diskutierten unter der Moderation von CDU-Kreistagsmitglied Dr. Bernhard Reilmann den Antrag. Die Region habe eine hohe Lebensqualität, das müsse deutlicher kommuniziert werden. Sie schlugen auch Änderungen beim Medizinstudium vor, mit dem Ziel die Hausarzttätigkeit mehr in den Mittelpunkt der Ausbildung zu rücken.
Ein weiteres inhaltliches Thema des Parteitages war die Steuerpolitik. Dazu verabschiedete der Parteitag einen Antrag, mit dem eine Abschaffung der „kalten Progression“ gefordert wird.
Auch Delegiertenwahlen zu den Parteitagen auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene standen auf der Tagesordnung.

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