Im Zeichen der Landwirtschaftspolitik stand die erste Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion nach der Sommerpause. Die CDU-Politiker trafen sich auf dem Hof ihres Fraktionskollegen Hubertus Rickert-Schulte in Erwitte-Weckinghausen. Zusammen mit Kreisveterinär Prof. Dr. Wilfried Hopp erläuterte Hubertus Rickert-Schulte die Situation der Schweinehalter. Es wurde auch die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung erläutert. Hierzu zählen z. B. der Mindestflächenbedarf, die Spaltenbreite, das Orientierungslicht bei Nacht und das Beschäftigungsmaterial.


Auch der Antibiotika-Einsatz in der Nutztierhaltung war ein Thema bei dem Treffen. Laut aktuellen Datenbanken, in die seit dem 1.7.2014 von Landwirten, die Schweine, Geflügel oder Rinder mästen, Antibiotikaanwendungen eingetragen werden müssen, ist der Verbrauch von Antibiotika in der Landwirtschaft deutlich rückläufig. Der Betrieb Rickert-Schulte legt Wert auf das Impfen der zugekauften Ferkel, um von Beginn an einen guten Gesundheitsstatus im Stall zu haben. Im Krankheitsfall werden zunächst „alternative Behandlungsmethoden“ angewandt. Ein Antibiotikum wird nur im begründeten Ausnahmefall vom Tierarzt verordnet.

Die Mitglieder der CDU Kreistagsfraktion wurden mit vorschriftsmäßiger Schutzkleidung ausgestattet und konnten sich  bei einem Stallrundgang von den optimalen Haltungsbedingungen überzeugen.

Abschließend wurde über die zurzeit nicht im Ansatz kostendeckenden Erzeugerpreise für Schweinefleisch gesprochen. „Bei Schweinepreisen von 1,40 Euro je Kilo Schlachtgewicht kann kein Landwirt mehr Schweine mästen. Zumindest nicht in Deutschland mit den ständig steigenden Auflagen und Vorschriften. Für gutes Fleisch muss in Zukunft auch gutes Geld bezahlt werden“, so die Meinung von Hubertus Rickert-Schulte.

Kreisveterinär Dr. Wilfrid Hopp pflichtete ihm bei: „Die großen Lebensmittelketten und der Verbraucher selbst bestimmen weitestgehend die Entwicklung. Die Konzerne durch ihre aggressive Preispolitik und der Verbraucher durch sein Einkaufsverhalten.“

Gleichzeitig wies der Kreisveterinär daraufhin, dass bei den allermeisten Betrieben im Kreis Soest die Bestimmungen eingehalten würden und der Tierschutz im Vordergrund stehe. Gleichwohl würde es immer mal wieder schwarze Schafe geben. „Mit regelmäßigen Kontrollen in den Ställen versuchen wir im Vorfeld, Zuwiderhandlungen abzuwenden, allerdings können wir nicht jeden Tag in jeden Stall schauen“, erläuterte Dr. Hopp.

Der Fraktionschef der CDU, Ulrich Häken, betonte, dass man mit der Arbeit der Veterinärstelle, mehr als zufrieden sei und erinnerte hier an die „Abwicklung“ des Skandals um den Pferdehof vor einigen Wochen. Trotz mancher Kritik sei nach Meinung der CDU-Fraktion hier hervorragende Arbeit geleistet worden.


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