Flüchtlingsdebatte: Nicht nur die Probleme, sondern auch die Chancen herausstellen

CDU-Kreischef Ansgar Mertens setzt Gesprächsreihe fort

Zum Gesräch mit dem Superintendenten der ev. Kirche im Kreis Soest, Dieter Tometten, trafen sich der stellv. CDU-Kreisvorsitzende Heiner Frieling (l.) und der CDU-Kreisvorsitzende Ansgar Mertens (r.).
Zum Gesräch mit dem Superintendenten der ev. Kirche im Kreis Soest, Dieter Tometten, trafen sich der stellv. CDU-Kreisvorsitzende Heiner Frieling (l.) und der CDU-Kreisvorsitzende Ansgar Mertens (r.).
„Die Kirchen sind ein wichtiger politischer Akteur“, mit diesen Worten eröffnete der CDU-Kreisvorsitzende Ansgar Mertens (Lippstadt) den Meinungsaustausch zwischen der CDU und dem Superintendenten der evangelischen Kirche im Kreis Soest, Dieter Tometten. Zentrales Thema: Die aktuelle Flüchtlingsdiskussion. Deutliche Worte bekam der CDU-Politiker dabei von Dieter Tometten mit auf dem Weg: „Wir können nicht sagen `Das ist uns jetzt alles zu viel und ab jetzt gibt es keine Flucht und keine Flüchtlinge mehr`. Es geht jetzt darum, die Situation auf allen gesellschaftlichen Ebenen zu meistern.“

Tometten kritisierte, dass die Anerkennungsverfahren zu lange dauern und die individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen der Flüchtlinge nicht oder erst sehr spät genutzt würden. Während dieses Prozesses seien die Flüchtlinge weitgehend zum Nichtstun verurteilt. „Wenn die Flüchtlinge eigenes Geld verdienen können, würde das der Öffentlichkeit weniger kosten. Vielfach ist es deutlicher Wunsch der Flüchtlinge zu arbeiten, sich zu engagieren und ihre Fähigkeiten einzubringen. Dazu sollten sie die Chance erhalten, auch um ihren eigenen Bedürfnissen gerecht zu werden. Ich erwarte, dass die Politik jetzt nicht nur klagt, sondern die Flüchtlinge fördert und Rahmenbedingungen für die erforderliche Integration schafft“, machte der Superintendent deutlich. Übereinstimmend stellten die Gesprächspartner fest: „Wir müssen auch über die bestehenden Schwierigkeiten der Unterbringung und die aktuelle Lage der Kommunen reden. Dabei dürfen wir aber nicht nur die Probleme, sondern müssen auch die uns durch die Flüchtlinge gebotenen Chancen deutlicher herausstellen.“ Dabei richteten sie ihr Augenmerk u.a. auf die demografische Entwicklung, den Fachkräftemangel und eine fortgesetzte Landflucht. Beide blickten bereits auf den nächsten notwendigen Schritt: Nach der Aufnahme sei es wichtig, für eine gelingende Integration zu sorgen. Sie dankten ausdrücklich den Ehrenamtlichen, die derzeit Großes leisten würden. „Die Ehrenamtlichen kompensieren viele Probleme der Kommunen. Dafür zollen wir jedem Einzelnen unseren Respekt.“ Einig waren sie sich, dass zum besseren Verständnis zwischen den verschiedenen Kulturen mehr Begegnungen geschaffen werden müssten. Dazu wird der CDU-Kreischef demnächst auch eine muslimische Gemeinde besuchen. Ein weiteres Thema war die Finanzierung der Kindertagesstätten und Pflegeinrichtungen. Tometten bemängelte, dass Politik in Gesprächen zwar Verständnis und Unterstützung zusagen würde, diese sich in den Gesetzen aber oft nicht wiederfinde.

Nach oben